Kinder- und Jugendarmut ist Jahresthema der Kolpingjugend
Shownotes
Nicht alle Kinder wachsen mit den gleichen Chancen auf. Mehr als jedes siebte Kind in Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt von Armut bedroht. Deshalb hat die Kolpingjugend Deutschland die Kinder- und Jugendarmut zum Jahresthema gemacht. Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit zu schaffen und politische Veränderungen zu erwirken. So ist eine Forderung, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Die Kolpingjugend Deutschland ist ein Verband von und für junge Menschen. Über ihre Arbeit und weitere Forderungen geht's in dieser Folge.
Gast: Lena Kaper, Referentin mit Schwerpunkt Jugendpolitik von der Kolpingjugend Deutschland
Host: Johanna Horn
[Mehr Infos hier](https://www.kolpingjugend.de/haupt-navigation/themen/kinder-und-jugendarmut/)
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00:00:00: Herzlich willkommen bei Gesellig, der Colping-Podcast.
00:00:08: Ins Kino gehen ist nicht drin – das Zimmer muss mit dem Bruder oder der Schwester geteilt werden und von einem Urlaub in Spanien oder Italien kann man nach den Ferien auch nicht erzählen!
00:00:18: Mehr als jedes siebte Kind in Deutschland ist von Armut bedroht, hat das Statistische Bundesamt für im Jahr zwanziviert berechnet und einen Anstieg festgestellt.
00:00:27: Ein Thema, das Kolping wichtig ist und dass das Jahresthema der Kolping-Jugend ist.
00:00:33: Deshalb sprechen wir in dieser Folge darüber mit Lena Kapa.
00:00:36: Sie ist Referentin mit Schwerpunkt Jugendpolitik von der Kolbing-Juge Deutschland.
00:00:41: Hallo Lena!
00:00:42: Hi!
00:00:43: Zu Beginn erstmal wer ist die Kolpingjugend?
00:00:46: Die Kolpingjugend is Teil von Kolping Deutschland, in der Kinder jugendlich und junge Erwachsene verortet sind.
00:00:53: Das sind also die jungen Menschen vor null bis neunundzwanzig Jahren.
00:00:57: Sie ordnen sich da, um gemeinsam Sachen zu bewegen.
00:01:02: Sich zusammenzutun und schauen, was die Anliegen der jungen Menschen sind?
00:01:06: Was bedeutet das für uns in der Welt passiert?
00:01:10: Und wie können wir Stellung beziehen, die Sachen hinterfragen und Antworten finden?
00:01:17: Wie kam es, dass ihr als Kolping-Jugend genau auf dieses Thema gestoßen seid?
00:01:21: Das ist eine total spannende Frage, denn das Thema schwebte im Raum als ich in der Köyping-Jugend angefangen bin von vor zwei Jahren.
00:01:28: Da ging es ums Kindergrundeinkommen und wir haben dann bei einem AG Wochenende also auf der Bundesebene gibt's verschiedene Arbeitsgruppen unter anderem die AG heute für morgen, die macht so generationsübergreifendes damit beschäftigt sie sich, haben wir externe Akteurinnen eingeladen um zu gucken.
00:01:46: okay wenn man mit dem Thema Kindergrundeinkommen irgendwie unterwegs Wegen gibt's denn eigentlich da?
00:01:50: Wir haben mit einer SPD-Landtagsabgeordneten ehemaligen gesprochen, die jetzt einen Verein leitet.
00:01:57: Mit zwei Betroffenen von Armut an der Mutter und der Tochter.
00:02:01: Und der Silke Stacke Ökermann, die bei der Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Jugendsozialarbeit arbeitet.
00:02:08: Über diese Treffen hat die AG, also die besteht aus mehreren Ehrenamtlichen, gezeigt, es ist natürlich spannend sich zu überlegen... wie das mit dem Kindergrund einkommen ist, aber was steht da drüber?
00:02:18: Das Thema Armut.
00:02:20: Genau so kam dann die AG dazu zu sagen wir wollen das Thema Kinder- und Jugendarmut bearbeiten und wirklich aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen weil das in den Debatten ja durchaus vergessen wird.
00:02:32: Und was heißt es genau?
00:02:33: dass Kinder und Jugend armut jetzt Jahresthema ist.
00:02:36: Das bedeutet, dass wir bei allen möglichen Veranstaltungen das Thema setzen möchten.
00:02:40: Beim Katholik-Innentag jetzt zum Beispiel Mai haben wir das Thema gesetzt.
00:02:43: da machen wir ein buntes Angebot um das Thema zu bespielen und sowohl den Besuchenden zu zeigen hey das Thema ist wichtig aber auch dem politischen Akteurinnen zu zeigen wir wollen uns damit auseinandersetzen.
00:02:55: es ist relevant dass wir uns dann mit gesellschaftspolitisch auch auseinander setzen.
00:02:58: Wir gestalten einen Bildungskoffer, der analog als digital zur Verfügung stehen soll.
00:03:03: Damit sich die Jugend vor Ort damit auseinandersetzen kann und wir wollen weitere Gespräche mit anderen Akteuren vernetzen.
00:03:11: Und wollen uns selbst reflektieren als Köping-Jugend oder Deutschland aber auch voranschieben, dass die Perspektive von Kindern und Jugendlichen gehört findet in unserer
00:03:20: Gesellschaft.".
00:03:21: Das heißt es ist dieses Jahr der Schwerpunkt?
00:03:24: Aber es wird wahrscheinlich nicht dabei bleiben, dass das nur dieses Jahr Thema
00:03:27: ist!
00:03:28: So wie es ausschaut, nicht einfach weil es ein sehr großes Thema ist und genau da wir mit dem Ehrenamt auch arbeiten.
00:03:34: Es immer wieder neue Perspektiven und Einblicke gibt und man sagen kann okay, da kommt noch mal was Neues das können wir nochmal anders
00:03:40: beleuchten.".
00:03:41: Und es wird ja leider wahrscheinlich auch Thema bleiben in Zukunft?
00:03:44: Das ist ja nicht so einfach zu lösen.
00:03:46: Da werden wir wahrscheinlich gleich auch nochmal draufzusprechen kommen.
00:03:49: Armuts Gefährdet definiert das Statistische Bundesamt so.
00:03:53: Ein Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern, mit einem Nettoeinkommen von weniger als zweitausend neunhundert Euro im Monat.
00:04:00: für Alleinerziehende mit einem Kind sind es weniger als eintausend siebhundneinzig Euro netto.
00:04:06: Das sind jetzt erstmal die Zahlen und man kann schon ausrechnen wenn Miete, Strom, Lebensmittel usw.
00:04:11: abgezogen werden dann bleibt nicht viel übrig.
00:04:14: aber was bedeutet das eben konkret für Kinder- und Jugendliche Lena?
00:04:19: Das bedeutet, dass Kinder und Jugendliche schon ganz früh lernen was es heißt eben Abstriche machen zu müssen.
00:04:24: Sich zu überlegen Kann ich mir das leisten?
00:04:27: Kann ich das machen?
00:04:28: Und ganz früh auch erleben Was ist bedeutet wenn man nicht Ganzheitlich teilhaben kann Wenn man sich entscheiden muss?
00:04:37: Kann ich Musikunterricht machen oder gehe ich in ein Sportverein?
00:04:40: Kann Ich das Eis essen gehen Oder ins Kino?
00:04:44: Wieso liegt der Fokus auf Kindern und Jugendlichen und Nicht Auf Der Armut Allgemein?
00:04:49: Der Fokus liegt auf Kinder und Jugendlichen, weil wir die Köpping-Jugend sind.
00:04:54: Und die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen in den Vordergrund stellen wollen.
00:04:58: Genau deswegen priorisieren wir das dahingehend.
00:05:03: Du hast grad schon ein bisschen das Thema angesprochen oder die Folgen angesprochen?
00:05:08: Welche konkreten Folgen hat Armut im Alltag für Kinder und Jugende?
00:05:13: Da kann man sich die verschiedenen Bereiche mal anschauen.
00:05:16: Also wenn man auf den Bild-Besicherungsbereich schaut, dann hat es natürlich zur Folge dass wenn ich als Kind oder Jugendliche von Armut betroffen bin und zum Beispiel eine Klassenarbeit schreiben möchte... Oder muss?
00:05:27: Ich möchte nicht!
00:05:30: Und ich bin von Armutt betroffen.
00:05:31: Dann habe vielleicht kein eigenes Zimmer oder muss mir das teilen.
00:05:33: Hab vielleicht keinen eigenen Schreibtisch.
00:05:35: Und dann hat das direkte Einwirkungen darauf wie ich für die Klassenarbeiten lernen kann, wie ich mich auf Schule vorbereiten kann Aus der einen Perspektive, aus der anderen Perspektiven.
00:05:44: Wenn ich von Armut betroffen bin ist die Wahrscheinlichkeit dass sich das Gymnasiumbesuche geringer als wenn nicht von Armuth betroffen sind.
00:05:51: also wenn kein Elternteil das Abitur hat dann liegt die Wahrscheinlichkeit dass ich das Gymnasium besuche bei nicht mal dreißig Prozent.
00:05:59: wenn aber beide Eltern das abitur haben dann liegt es bei über seventy fünf Prozent.
00:06:03: warum ist das so?
00:06:03: habt ihr da eine Erklärung gefunden?
00:06:06: Arm heißt ja nicht unbedingt, dass ich eben nicht die Kapazitäten oder die Fähigkeiten habe.
00:06:11: Ich kann da trotzdem etwas aufs Gymnasium gehen obwohl meine Eltern jetzt nicht das Geld haben.
00:06:17: klar wenn man jetzt nicht die Möglichkeit hat in Ruhe zu lernen weil man sich eben das Zimmer mit dem Bruder der der Schwester teilen muss weil man all diese Gegebenheiten nicht hat aber es ist ja nicht unmöglich
00:06:28: Das ist richtig, aber da sind wir beim Thema Chancengerechtigkeit.
00:06:31: Also nicht jedes Kind hat dieselben Chancen.
00:06:33: Wenn man sagt in Deutschland, dass jedes siebte Kind von Armut betroffen, dann betrifft das unglaublich viele Menschen und unglaublich viel Kinder die eben einfach nicht die gleichen Voraussetzungen haben.
00:06:44: Und natürlich kann man sagen okay, wenn dreißig Prozent schaffen müssen.
00:06:48: sozusagen aufs Gymnasium.
00:06:50: Aber auch da sind dann Hürden, wie habe ich dasselbe Lernmaterial?
00:06:54: Also Deutschkurse verlangen sehr gerne das man sich Lektüre kauft und kann nicht mehr die aktuelle Ausgabe überhaupt leisten.
00:07:02: oder gucke ich bei... Klein anzeigen, ob es das auch gebraucht gibt.
00:07:06: Und dann ist es aber vielleicht eine andere Version und eine andere Auflage.
00:07:08: seitens Hallen verschieben sich.
00:07:10: Gibt's da auch manchmal oder sicherlich gibt's das?
00:07:13: Dass man zu hören bekommt naja aber gut da könnten die Eltern vielleicht mal gucken wie sie mit dem Geld besser haushalten.
00:07:19: dass sie sich vielleicht ein Stück weit noch zurücknehmen weiß ich nicht Sachen eben nicht für sich selbst kaufen sondern die Kinder.
00:07:26: an erster Stelle ist es auch so einen Punkt in dieser Thematik.
00:07:29: Ich würde sagen, dass es gerne zu dieser Debatte gemacht wird.
00:07:32: Kinder in erster Stelle.
00:07:33: aber wenn man am Existenzminimum liegt dann ist das nicht die Frage kann ich da noch mal was beiseite schaffen?
00:07:40: Sondern dann ist es das Existenzn minimum.
00:07:42: und wenn man dann eben einfach nicht die Ressourcen hat zu verschieben mit sich etwas zurückzulegen irgendwie zu balancieren sich umzuentscheiden Das sind keine Luxusentscheidungen sondern einfach Grund Dinge mit denen man handieren muss Und da ist einfach nicht der Spielraum für darzusagen.
00:07:58: okay Wir legen da noch mal was zurück, damit das und dies und jenes irgendwie bewerktstelligt werden kann.
00:08:05: Es fühlt sich für ein Kind ja unfassbar unfair und traurig an wenn es zum Beispiel eben nicht auf die Klassenfahrt mitfahren kann weil da kein Geld ist oder eben das Buch nicht neu ist sondern vielleicht gebraucht oder gar nicht verfügbar.
00:08:18: Das gibt's auch manchmal.
00:08:20: Das sind schon echt schmerzhafte Gegebenheiten.
00:08:24: aber es gibt ja noch viel mehr Vorurteile gegenüber Armut.
00:08:28: Welche sind das?
00:08:29: Vorurteile sind zum Beispiel, dass Menschen, die von Amund betroffen sind, faul sind.
00:08:34: Dass sie mehr einfach sich einen Job suchen könnten.
00:08:37: Was gibt so?
00:08:38: eine letzte Schlagzeile im Kontext von Krankenkassen-Debatten?
00:08:43: Der gesagt wird, dass Bürgergeldbeziehende die Krankenkasse leer pumpen.
00:08:47: Das ist etwas was natürlich gesagt wird.
00:08:50: aber man sieht eben die Geschichten dahinter nicht beziehungsweise die einzelnen Menschen und ihre Geschichten dabei.
00:08:56: das ist ja glaube ich auch die Problematik.
00:08:58: Genau, es ist total pauschal und das wird auch gerne übers Knie gebrochen.
00:09:02: Dass es ja so viele Menschen gibt die Bürgergeldbeziehen und die einfach nur Fahre auf der Haut liegen und das zeigen ja auch die Zahlen überhaupt nicht sondern dass es ein Großteil sind, die einfach in der Bedarfsgemeinschaft leben also eben Kinder und Jugendliche unter fünfzehn Menschen in Fort- und Weiterbildung, Menschen die ja Angehörige pflegen oder für Kindererziehung da sind und deswegen aufstocken und es eben gar nicht so pauschalt zu sagen Oh, die Menschen, die Bürgergeldbeziehung sind alle arm und faul.
00:09:29: Sondern sie haben, sind bemüht, arbeiten auch zum Teil Stocken eben auf oder sind einfach Kinder und Jugendliche, die gar nicht arbeiten gehen sollten sondern zur Schule gehen sollten das möglichst
00:09:38: sorgenfrei.".
00:09:39: Das Thema liegt dir persönlicher sehr am Herzen?
00:09:42: Warum?
00:09:43: Also ich selber bin auch mit Hartz IV noch aufgewachsen und erinnere mich einfach gut daran wie es war wenn
00:09:49: man
00:09:50: immer neue Anträge Post vom Amt bekommt und irgendwas rechtfertigen muss, erklären muss.
00:09:57: Weil irgendetwas neu berechnet worden ist auf irgendeiner anderen Grundlage man die aber bitte nachweisen sollen würde und da sitzt und einfach so machtlos ist weil man von dem Gerst durch das einzelne Mitarbeiter im Amt abhängig ist Total den Einfluss darauf hat, also klar.
00:10:15: Ich selber war damit jetzt nicht so konfrontiert sondern meine Mutter.
00:10:18: aber ich habe das trotzdem mitbekommen weil eben die Bewilligung mit auf Klassenfahrt zu fahren sich total lange gezogen hat und wir hätten schon längst irgendwie die Zusage geben müssen oder schon längs hätten überweisen müssen Oder eben auch so eine Buchthematik ich kann mich da auch trennen und dass ich im Abitur saß und dann immer erstmal drei Seiten gucken muss ob das wirklich die Seite ist auf der wir uns gerade befinden oder nicht.
00:10:38: Und es hat dann auch einen Einfluß darauf gehabt Klausur, wenn ich die falsche Seitenzeit angebe.
00:10:45: Weil ich einfach eine andere Ausgabe
00:10:47: hatte.
00:10:47: Ältere oder?
00:10:48: Genau
00:10:49: und auch ganz dramatisch war die Situation so als ich dann von zu Hause ausgezogen bin für mein Freiwilligendienst der nicht in meiner Heimatstadt war sondern in Ostwestfalen.
00:10:59: Ich komme gebürtig aus Norddeutschland und das Amt nach einem halben Jahr gesagt hat ja liebe Mutter sie müssen jetzt die Wohnung wechseln weil Sie haben ja gar nicht mal den Bedarf an der Vierzimmerwohnung.
00:11:10: Und aber auch klar war, mein Freiwilligendienst geht ein Jahr und ich dann irgendwie kein Zuhause mehr hatte, wo ich wusste, da kann ich jetzt hingehen.
00:11:17: Für mich auf jeden Fall der Druck da war wenn mein freiwilligen Dienst zu Ende ist brauche ich einen Studienplatz damit ich dann BAföG beantragen kann um darüber ein WG-Zimmer zu bekommen.
00:11:26: Wie hast du mit deiner Mutter darüber sprechen können?
00:11:29: Konnte dir das überhaupt?
00:11:31: Also wir waren da total solidarisch miteinander und gleichzeitig glaube war es auch nicht immer einfach, weil die Hände gebunden sind.
00:11:37: Also man hat vielleicht eine gemeinsame Wut auf so die Gesamtsituationen auf das System.
00:11:43: Ich kann ja nichts dafür, wenn ich davon betroffen bin.
00:11:46: Aber man ist auch einfach machtlos.
00:11:48: Selbst das BAföG dauert bis zu zehn Wochen, bis dieser Antrag bearbeitet wurde und dann das erste Geld reinflattert.
00:11:55: Und zehn Wochen sind verdammt lange Zeit, wenn man keine großartigen Rücklagen
00:11:59: hat.
00:11:59: Das macht was mit deiner Mutter oder dem Kind.
00:12:02: Wenn man da hingehen muss und wieder einen Antrag stellen, bitten, dass etwas passiert, dann passiert es nicht rechtzeitig ... Und dann musst du das ausbaden am Ende vielleicht, weil du den Wisch für die Klassenfahrt nicht rechtzeitig abgegeben hast.
00:12:15: Es ist also emotional auch echt anstrengend und das ist ja wahrscheinlich auch die Schwierigkeit bei dem Thema.
00:12:21: Genau man ist in so einer Abhängigkeit, indem er sich einfach nicht lösen kann um Kinder und Jugendliche nochmal halt die Perspektive drauf zu geben halt noch weniger, weil sie gar nicht entscheidungsbefugt sind an der Stelle sondern sie sind abhängig von ihrem Elternhaus.
00:12:33: Das macht doch was mit dem Selbstwertgefühl gleichzeitig ne?
00:12:37: Genau.
00:12:37: Also wenn ich irgendwie merke, ich gehöre nicht so richtig dazu weil ich gar nicht selbst entscheiden kann in einem größeren Rahmen jetzt wie ich mein Alltag verbringe, weil ich einfach finanziell knapp bei Kasse bin sondern immer wieder überlegen muss geht dies, geht jenes dann macht das was mit einem und auch mit dem Freundeskreis in dem man unterwegs ist Weil die ja auch irgendwann sagen naja also wir wollen hier vielleicht schon nochmal irgendwas anderes erleben Und nicht immer nur draußen im Park rumhängen.
00:13:05: Ins Kino gehen eben, ne?
00:13:06: Aber
00:13:06: das
00:13:07: kostet halt eine Menge Geld und so eine Tüte Popcorn, weiß ich nicht auch, zehn Euro oder was... Das hat man nicht mal eben.
00:13:13: Genau!
00:13:14: Das verändert sich natürlich auch mit dem Alter.
00:13:16: also wo Kinder irgendwie was Kinder so im Alltag machen oder in ihrer Freizeit ist vielleicht noch einmal anders als Jugendliche die dann auch shoppen gehen wollen die irgendwie auch mal einen kleinen Städtetrip machen wollen oder so Die einfach typische Dinge machen möchten die Jugendlichen irgendwie so tun, Kaffee trinken, soft getränken.
00:13:35: Was auch immer und das dann einfach nicht so möglich ist weil man sich wirklich überlegen muss kann ich das jetzt machen oder kann ich es jetzt nicht?
00:13:42: Und wenn ich damit immer wieder konfrontiert bin, dann macht das einfach was mit einem... Dann ist man
00:13:47: ausgefüßig schon.
00:13:49: Man fühlt sich vielleicht doch ein paar weniger wert und hat das langfristige Folgen.
00:13:54: kann man natürlich jetzt sagen, okay aber Geld darum sollte es ja nicht gehen in einer Freundschaft und Freunde bleiben ja auch wenn du eben nicht immer mit kannst.
00:14:03: Aber es geht ja auch so ein Stück weit darum dass das Gefühl auch nicht schön ist, dass man immer wieder sagen muss ne Sorry und auch diesen Grund angeben muss ich vielleicht gerade kein Geld oder wir haben kein Geld Das fühlt sich ja auch nicht gut an.
00:14:15: Nee genau das fühlt dich nicht gut An und ich finde also solche Aussagen sagen sie sich auch immer leicht weil man nicht in der Situation ist Geld zur Verfügung zu haben und tatsächlich ist Geld in ganz vielen Stellen auch der Hebel.
00:14:24: Also ja, je nachdem wo man wohnt gibt es vielleicht mehr Möglichkeiten irgendwie Freizeit zu verbringen.
00:14:30: aber wenn man irgendwo auf dem Land wohnt dann ist man einfach abhängig auch von einem Busticket das man sich leisten kann.
00:14:34: deswegen ist es auch total relevant dass es gute Verbindungen gibt im Nahverkehr sowohl der öffentliche Nahverkehr als aber auch mit Autorad und Bürger wegen.
00:14:43: Dann Fun Fact Das meiste Verkehrsmittel, dass Menschen nutzen, die von Armut betroffen sind.
00:14:48: Ist das zu Fuß gehen?
00:14:49: Also
00:14:49: Busticket ist dann auch nicht... Ich meine es ist auch nicht künstig wenn man mal ehrlich ist.
00:14:53: Und es wird immer teurer!
00:14:55: Welche Rolle haben Jugendverbände wie Colping für dich damals schon gespielt?
00:15:03: weil das ein Ort war, in dem man einfach oder ich einfach sein konnte so wie ich bin.
00:15:07: In dem es nicht darum ging irgendwie was sich leisten kann also was ich bezahlen kann sondern einfach im ... Es gab den Jugendtreff.
00:15:13: da bin ich hingegangen die sind auf Freizeiten gefahren und da konnte ich mit und es wurde gar nicht großartig in Frage gestellt ja wie mein finanzieller Background ist und dann haben sich total viele Türen einfach geöffnet weil ich mit Menschen in Kontakt gekommen bin die ich sogar nicht aus meiner Familienumfeld sage ich mal kennengelernt hätte.
00:15:32: Thema Studium, in meiner Familie hat niemand studiert.
00:15:35: Aber plötzlich bist du mit Menschen unterwegs die ganz anderen Hintergrund haben, andere Erfahrungen machen und der Tellerrand wird immer größer.
00:15:43: Man guckt einfach drüber weg und bekommt ganz neue Ideen davon.
00:15:46: wie kann ich so ein Leben überhaupt gestalten?
00:15:48: Wie wichtig ist dir persönlich Geld heute als erwachsene Frau?
00:15:53: Mir ist total wichtig das Transparenz zu halten mit meinem Partner also dass wir da irgendwie auf Augenhöhe sind und wissen einfach wo wir stehen und dass wir das gleichberechtigt aufteilen.
00:16:02: Aber ich merke auch, in dem Moment wo man sich nicht mehr die Sorgen machen muss reicht das jetzt aus?
00:16:09: es eine enorme Last nimmt immer wieder überlegen zu müssen kann ich mir jetzt das kaufen oder nicht sondern ist schon ein?
00:16:14: ach das das kann ich mich dann doch gönnen wobei ich auch merke dass ich trotzdem ganz anders mit Geld umgehe als irgendwie Freundinnen im meinem Umfeld.
00:16:22: Wie genau?
00:16:23: Also wie anders?
00:16:24: Ich überlege schon nochmal länger.
00:16:26: möchte ich das wirklich haben?
00:16:28: Überleg ich das nur, weil irgendwie alle das haben.
00:16:31: Oder schau auch ... Ich hab mir schon bewusste Grenzen gesetzt bis wohin ich was ausgeben möchte für Klamotten zum Beispiel oder für Abenden, denen man unterwegs ist.
00:16:44: Und da achte ich ganz bewusst drauf, weil ich nicht einfach das so rausschleudern möchte.
00:16:48: Weil ich weiß es kann jederzeit anders kommen!
00:16:51: Wie leicht oder schwer fällt es dir?
00:16:54: alle mitzunehmen, also auch diejenigen, ich sag mal, die mit Kindern und Jugendarmut nicht so viel zu tun haben oder keine Erfahrungen haben, keine persönlichen.
00:17:01: Das ist total unterschiedlich!
00:17:03: Also
00:17:04: es gibt
00:17:05: Menschen, die sich nie mit dem Thema großartig auseinandersetzen mussten und sind dann zum Teil, wenn ich meine persönlichen Erfahrungschildere durchaus schockiert... Es gibt Menschen, die aber auch sich äußern und sagen naja also man ist eben selber schuld.
00:17:18: Also genau diese Stereotypen, diese Portchalen nutzen und gar nicht reflektieren das vielleicht ihre Position oder ihre Lebenswelt in der sie groß geworden sind, sich krass unterscheidet von anderen Lebenswelten, dass der wöchentliche Restaurantbesuch einfach nicht möglich ist auch pauschal so weiter argumentieren, da muss man sich halt einen besseren Job suchen etc.
00:17:39: und man macht sicher die Probleme irgendwie auch selbst.
00:17:42: aber es gibt auch total viele Leute gerade hier im Verband die auf mich zukommen jetzt so das Thema eben Jahresthema wurde, die sagen Boah ich finde es richtig krass dass wir das jetzt bearbeiten weil ich selber in Armut groß geworden bin und ohne Jugendverbände ohne ehrenamtliche Strukturen sehr sich vielleicht auch nicht an der Stelle wo ich gerade bin.
00:18:02: Und das trifft sowohl hauptsamtliche Entleitungsposition als auch ehrenamtliche in unterschiedlichen Positionen auch da Anleitungen und das finde ich ganz schön beeindruckend Weil dann doch ja die eigene Erfahrung vielleicht einmal ist Ich bin jetzt eher alleine mit diesem Gefühl oder mit dieser Lebenswirklichkeit, die hinter einem steht und dahin gebracht hat wo man eben ist.
00:18:22: Und dann zeigt sich doch gar nicht so.
00:18:26: Das ist halt total spannend weil es direkt Diskussion auslöst aus beiden Perspektiven also sowohl im ... Finde das schon wichtig, aber irgendwie habe ich da doch noch mal eine andere Haltung zu.
00:18:37: Zu irgendeiner Erfahrung und es ist dann total spannend falls auch ja polarisiert ist vielleicht ein bisschen groß gegriffen Aber es regt Diskussion und das finde ich gut weil's einfach deutlich macht naja wir müssen da wirklich drüber sprechen denn Es unterscheidet sich einfach
00:18:53: Und ihr klärt auf ihr macht es eben sichtbar.
00:18:56: das Thema und Ja es regte die Diskussionen an wie du schon sagst und dass ist ja wahrscheinlich auch etwas was Ziel ist
00:19:04: Genau.
00:19:05: Welches Thema ist interessant, wenn es einfach nur ein Jahrahmen ist?
00:19:09: Und das ist total schön dass es eben zu Diskussionen kommt, dass Menschen sich auf mich zu bewegen aber auch auf sozusagen die Agilte für morgen und sich da kundtun ja auch so ein bisschen einfach deutlich machen ich bin da... Ich bin auch davon betroffen also so ein bißchen so die eigene Betroffenheit zeigen bei so einem schambesetzten Thema dann durchaus
00:19:28: Die Kolping Jugend Redet ja nicht nur darüber über Kinder und Jugendarmut.
00:19:33: Ihr wollt da auch dran, wie genau?
00:19:35: Genau das kam jetzt also vielleicht schon so ein bisschen durch.
00:19:38: wir haben verschiedene Wege die wir irgendwie beschreiten wollen.
00:19:42: So auf der einen Seite möchten wir das Thema einfach gesellschaftspolitisch bespielen Auf jeden Fall auch durch mediale Beiträge weil dass für uns am besten funktioniert um auch körperen jugend zu erreichen oder ihren amtliche nicht jetzt auf Bundesebene direkt aktiv sind und das einfach zu platzieren, zu zeigen.
00:20:02: wir sind da ein Player.
00:20:03: Wir haben da Bock drauf!
00:20:04: Wir wollen es auch gerne nicht nur über dich wenn du von Amut betroffen bist spielen sondern gerne mit dir also viel lieber mit dir.
00:20:12: dann werden wir das beim Katholikintag eben aufnehmen und haben da verschiedene Angebote.
00:20:18: wir haben dann eine Barrierewand die dann abgebaut werden soll in Form von Postkarten, die man an Entscheidungsträgerin verschickt.
00:20:25: Auf der Vorderseite steht eine Barriere wie zum Beispiel ... Ich kann mir nicht das leckere gute gesunde Essen im Restaurant leisten.
00:20:32: Was meinst du damit?
00:20:34: So von der Aussage her und dann kann man sich die nehmen weil es vielleicht eine Barrier ist.
00:20:38: Man denkt ja, das kann ich gut relayten und dass an den, die Abgeordneten im Bundestag schicken, die für einen da sitzt, die ein selbst gewählt hat Genau.
00:20:49: Und dann gibt es diesen Bildungskoffer, der wird noch erstellt jetzt über den Sommer damit sich die Köpping-Jugend vor Ort auch damit auseinandersetzen kann und schauen kann.
00:20:57: okay wie können wir denn an uns sensibel sein?
00:20:59: also oder was bedeutet das?
00:21:00: Wen sprechen wir mit unseren Angeboten eigentlich an?
00:21:03: Wen sprechen wir nicht an?
00:21:05: Wer taucht da auf?
00:21:07: Wie sind unsere Hürden an Teilnahme, an Teilhabe?
00:21:11: Das ist sozusagen das Ziel so aus einer verbandlichen Perspektive und einer politischen Perspektiv, weil wir natürlich mit Entscheidungsträgern sprechen.
00:21:20: Und sagen hey also es ist gerade viel Debatte Sozialstaatsreformen aber die Perspektiven Kinder und Jugendliche wird dabei unterm Tisch fallen gelassen.
00:21:31: Was wollt ihr dabei konkret verändern?
00:21:34: Ist es das System?
00:21:35: sind es einzelne Stellschrauben?
00:21:37: was habt ihr da im Sinn?
00:21:39: Das ist auch eine sehr gute Frage.
00:21:41: Möchte man das System verändern oder Stellschrauben?
00:21:43: Ich glaube, es geht ein bisschen Hand in Hand.
00:21:45: also wenn man Stellschraum verändert kann sich auch ein system verändern und wir haben eben verschiedene Forderungen aufgestellt die durch die bundeskonferenz der körperen jugend verabschiedet worden sind und da konnten wir sozusagen noch mal rückblickend auf die Frage, die du vorher gestellt hattest.
00:22:00: Wie können wir alle mitnehmen?
00:22:01: Da bestand die Möglichkeit für körperlichen Jugend eben mitzumischen und zu sagen ich habe ja nochmal die Idee Können wir das nochmal in dem als Forderung aufstellen oder können wir das so formulieren?
00:22:10: Oder das sehe ich halt total anders.
00:22:12: also da könnten wir irgendwie alle nochmal abholen und mitnehmen.
00:22:15: Wir haben da verschiedene Forderungen Also zum Beispiel dass die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden damit jedes Kind eben einen eigenen Anspruch darauf hat gesehen gehört gefördert geschützt zu werden.
00:22:27: Und da sind Kinder und Jugendliche einfach noch mal eine andere Zielgruppe als die in Anführungsstrichen normalen Erwachsenen, genau wir möchten aber auch eben das Bildungsressourcen.
00:22:37: alle haben also dass alle die gleichen Voraussetzungen haben um lernen zu können.
00:22:42: Das fängt bei Schulmaterial an im Sinne von Stiftpapier- und Taschenrechner geht dabei über Schulausflüge und Klassenfahrten hinaus, dass man sich gar nicht die Gedanken machen muss.
00:22:53: Kann ich jetzt teilhaben?
00:22:54: Kann ich gut am Unterricht
00:22:55: mitmachen?".
00:22:56: Sondern jedes Kind hat dieselbe Ausstattung und kann dann von sich aus
00:23:00: loslegen.".
00:23:02: Als Kolping-Jugend habt ihr das Thema eben aufgestellt.
00:23:05: Du hast eben schon gesagt, ihr werdet von Kollegen ab und zu auch mal angesprochen.
00:23:08: Die sagen, Armoot habe ich einen Satz dazu.
00:23:12: Wie ist das sonst aufgenommen worden, das Thema?
00:23:15: Total gut!
00:23:17: Das hatte ich ja auch jetzt schon bereits irgendwie gesagt, dass verschiedene Personen einfach auf mich zukommen und sagen.
00:23:22: Ich finde es gut, dass ihr das bespiegelt, dass wir damit arbeiten.
00:23:25: Und das nehme ich gerne mit als empauerndes Element, als Hintergedanken, dass das einfach gut aufgenommen wird und dass wir da richtig sind.
00:23:32: Es ist der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen und das zeigt gerade die gesellschaftliche Debatte, wie müssen wir die Perspektive von Kindern und Jugendlichen ganz dringend wahrnehmen?
00:23:43: Und kann der Verband da unterstützen, vielleicht Dinge noch ein bisschen besser machen?
00:23:47: Optimierung geht ja eigentlich in den meisten Fällen.
00:23:49: Genau
00:23:50: also da kann der Verband sich selber mal auf die eigenen Finger schauen wer an unseren Angeboten teilnimmt aber auch wer eigentlich Mitglied bei Keulping ist.
00:23:57: sind wir der Armut sensibel oder auch nicht.
00:24:00: Ich nehme da gerne das Beispiel vom Zeltlager, also es ist total toll wenn man irgendwie ein Zeltlage anbietet und das kostengünstig ist.
00:24:07: Wenn dabei die Voraussetzung ist dass ich meine eigenen Camping-Sachen mitnehme, dann ist es vielleicht doch nicht so amutsensibel weil ja man die Sachen vielleicht gar nicht hat.
00:24:16: Und dann ist auch die Frage Kann ich das gut kommunizieren?
00:24:21: Wenn ich die Sachen nicht habe?
00:24:22: Also wie niederschwellig ist Die Möglichkeit zu sagen hey mir fehlt an Sachen, können wir das was regeln?
00:24:33: Das ist dann auch noch mal so eine andere Ebene.
00:24:35: Also wenn ich es richtig verstehe, dass Angebot nochmal nachbessern, dass es vielleicht auch schon gibt Dinge nochmal reflektieren.
00:24:43: Ja.
00:24:44: Was kann denn jeder Einzelne von uns in der Gesellschaft tun für dieses Thema Kinder und Jugendarmut mehr ums Präsenter vielleicht auch nochmal zu machen und nochmal ein Stück weit hinzugucken?
00:24:56: auch fängt wahrscheinlich bei den Eltern an, ne?
00:24:59: Es kommt ja auch mal drauf an wie Kinder damit umgehen und Kinder untereinander können ja auch echt gemein sein.
00:25:04: Ich
00:25:04: bin ja in Polen geboren mit sieben Jahren nach Deutschland gekommen und ich hatte einfach nicht die Klamotten, die Markenklamotte, die man so hatte oder andere Kinder in meiner Klasse auf dem Gymnasium dann hatten und da habe ich auch echte Sprüche zu hören bekommen.
00:25:17: So dachte die Mutter, kannst du dir keine XY-Jeans leisten?
00:25:22: Ich weiß nicht woher das kommt aber manchmal denke ich mir naja also Haben Eltern da vielleicht auch einen Einfluss drauf zu sagen, es geht nicht um das Oberflächliche.
00:25:30: Es geht nicht darum welche Marke du trägst?
00:25:32: Es geht um das Innere eines Menschen, dass man das schon in der Erziehung vielleicht auch mitmacht.
00:25:37: Total!
00:25:38: Also ich glaube, dass es total gut ist sich selber zu reflektieren also als Elternteil zu sagen oder sich bewusst zu machen wo stehen wir eigentlich und was in welcher Welt lebt mein Kind und eben dann zu lernen Nicht jeder hat die gleiche Grundvoraussetzung, in das mitzugeben zu sagen okay.
00:25:59: Nicht jeder kann ein Urlaub fahren nicht jeder hat den Markenklamotten aber das sagt überhaupt nichts über die Person an sich aus weil das Oberflächlichkeiten sind.
00:26:07: es geht darum wie wir miteinander umgehen
00:26:10: und dass zieht sicher dann durch wenn man eben in der Schule dann können die Schule auch dazu beitragen die Lehrer das Thema vielleicht besprechen mit allen.
00:26:18: also es geht ja letztlich durch die Bank weg durch alle Lebensabschnitte
00:26:22: Genau.
00:26:22: Durch alle Lebensabschnitte, durch alle Lebensbereiche.
00:26:25: und ich glaube wenn man sich da bewusst wird dass Armut eben kein Randthema ist und nicht irgendwie irgendwen betrifft sondern einfach in der Mitte unserer Gesellschaft ist dann verändert das einfach die Perspektive die man hat.
00:26:39: nicht zu der Frage irgendwie oder zu dieser Aussage oh die Armen armen sondern ja was braucht es denn eigentlich damit wir jedem die gleichen Chancen geben?
00:26:49: Was kann ich tun um ein Stück Beitrag dafür zu leisten.
00:26:53: Und wenn man da auch konkret werden will, wenn ich einen Angebot mache weil ich irgendwie ehrenamtlich aktiv bin kann ich das genauso irgendwie überlegen.
00:27:01: ist es wirklich niederschwellig?
00:27:03: holen wir damit jeden ab?
00:27:04: wenn ich aber irgendwie Mutter bin und meine Tochter hat total viele Klamotten unser Typ ist aus wo kann ich die vielleicht auch hinbringen?
00:27:11: also schmeiß sich die einfach in den Container oder frage ich mal beim Jugendzentrum beim Kindergarten etc.
00:27:17: pp.
00:27:17: ab, also man hat da ja schon durchaus Stellen wo man dranschrauben kann um selber irgendwie zu merken okay mir ist das wichtig und ich tue irgendwie meinen Teil.
00:27:26: aber es wäre auch schon total viel geholfen wenn sich die eigene Haltung einfach verändern würde.
00:27:30: eben nicht so diffizit orientiert die armen oder die faulen wenn man jetzt wieder in den Stickmata rutschen möchte sondern sich bewusst zu machen dass es halt so man sieht's auch nicht jedem Kind oder jeden Jugendlichen anders er oder sie ein Armut aufwächst das nur auf der anderen Seite.
00:27:45: Aber eben das nicht so zu beurteilen, weil Kinder und Jugendlichen im Existen gar nichts dafür können.
00:27:51: In welcher Familie sie hineingeboren werden?
00:27:53: Und vielleicht auch nicht weggucken sondern überlegen was kann ich vielleicht auch dazu beitragen?
00:27:58: in der Klasse meiner Tochter ein Mädchen war dass im Herbst noch mit Sandalen rumgelaufen ist es halt geregnet die hatte ständig nasse und kalte Füße aber auch einfach weil keine anderen schuhe da
00:28:08: waren.
00:28:08: jetzt
00:28:09: kann man natürlich sagen oh ja schlimm Und nichts tun, man kann aber auch sagen kommen.
00:28:14: Wir haben da noch ein paar Schuhe zu Hause vielleicht passende ja dem Kind und dann können wir diese Schuhr abgeben weil wir haben vielleicht das Geld um uns andere schuhe Zu kaufen oder weil die Schuher einfach zu klein geworden sind für dich.
00:28:27: Dann kann aber dass andere kind davon profitieren.
00:28:29: und genau in der situation ist es dann total wichtig sich eben auch nicht so zu erheben und zu sagen Also wir sind hier privilegiert, wir können uns neue Schuhe leisten.
00:28:37: Wir können das mal abgeben sondern dann wirklich zu gucken wie kann man das Kind oder die Mutter oder den Vater dieses Kindes erreichen und auf Augenhöhe sicherstellen.
00:28:44: hey wir haben das festgestellt?
00:28:46: Wir haben hier, wollt ihr das haben?
00:28:47: und auch damit umzugehen wenn die Elfamilie sagt nee
00:28:51: Passt nicht oder die Gefallen auch einfach nicht.
00:28:53: Das muss ja auch erlaubt sein, und da nimmt man sein eigenes Kind ein Stück weit mit und zeigt ihm eben was Nächstenliebe ist, was man dazu beitragen kann dass es allen in unserer Gesellschaft, in unsere Mitte gut
00:29:04: geht.
00:29:06: Du hast gerade schon so ein bisschen angesprochen das ihr natürlich auch politisch unterwegs seid und da den einen oder anderen erreichen wollt.
00:29:12: Was konkret wäre dann aber euer Wunsch von der Politik?
00:29:18: Mein ganz großer Wunsch wäre es, dass wir aufhören so negativ auf Armut zu blicken.
00:29:28: Nicht eben so stigmatisieren sondern sich wirklich zu überlegen.
00:29:33: Wir haben da viele Menschen die von Armut betroffen sind in einem so reichen Land wie Deutschland.
00:29:38: was braucht das damit wir irgendwie alle befähigen können selbstständig empowered das Leben zu führen, dass sie eben führen möchten.
00:29:49: Das wäre mein großer Wunsch, eben nicht immer runterzudrücken und zu sagen die machen ja nichts, die sind faul, die pumpen unsere Krankenkassen leer, sondern sich zu fragen was braucht es denn eigentlich?
00:30:01: Also wie können wir das ermöglichen?
00:30:04: Wie kann man das irgendwie niederschwellig gestalten?
00:30:08: Wie Kann Man das finanziell ausstalten?
00:30:09: wo kann man Veränderungen vorführen?
00:30:12: um mal konkret zu sein, heißt das man müsste das Geld anders verteilen?
00:30:15: oder was kann die Politik da leisten?
00:30:17: Ich glaube auch da ist es tatsächlich so dass helfen würde die eigene Perspektive zu verändern und ich glaube auch dass es helfen würde wenn man Einkommen anders verteilt oder so dass jeder eben gutes Einkommen hat.
00:30:31: Das kann mit dem Mindestlohn anfangen, das hat etwas mit Steuern zu tun die man erheben kann.
00:30:36: Da fordern wir jetzt so explizit nichts als Keulping Jugend.
00:30:40: Das Jahr hat ja gerade erst angefangen, ist noch ein bisschen was hin bis Weihnachten.
00:30:44: Aber was wäre so mit Blick und auch wenn du einen Strich unter das Thema ziehen solltest erstmal für dieses Jahr?
00:30:52: Was wäre so das größte Geschenk an Weihnachten für dich mit Blick eben auf Kinder- und Jugendarmut?
00:30:58: Das größte geschenk wäre, wenn jedes Kind in irgendeiner Weise die gleiche Chance entkommt.
00:31:05: An dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Infos für euch.
00:31:08: Kinder und Jugendarmut ist Jahresthema der Kolping-Jugend, Ziel ist es das Thema in diesem Jahr intensiv aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen zu betrachten und sich gesellschaftspolitisch damit auseinanderzusetzen.
00:31:21: Festgelegt wurde es auf Bundesebene in der Arbeitsgruppe heute für morgen.
00:31:26: Es wird beim KatholikInnen Tag mit verschiedenen Angeboten präsent sein.
00:31:30: Die Kolpingjugend hat auch einige Forderungen aufgestellt eine davon Das Kinderrecht ins Grundgesetz aufzunehmen.
00:31:38: Welches Gefühl, welcher Gedanke bleibt bei den Hörerinnen dieser Folge von geselligter Kolping-Podcast hängen am Ende?
00:31:46: Ich glaube das kommt auch dann darauf an wer hört das hier?
00:31:49: gerade wenn ich von Armut betroffen bin hoffe ich dass sich mich ein bisschen gesehen fühle und sehe oder spüre hey da gibt es einen Player der oder die mit mir gemeinsam was bewegen möchte.
00:32:02: Das ist so die eine Perspektive.
00:32:04: Die andere ist, glaube ich wenn ich jetzt wenig mit Armut bisher zu tun hatte dass sich feststelle das ist tatsächlich ein Thema.
00:32:10: wir sollten uns damit dringend auseinandersetzen.
00:32:13: und wenn ich mich schon damit auseinandergesetzt habe feststellt ja das sehe auch so besten weil wünschenswärterweise oder ähnlich das wären so die gefühlsfassetten die ich mir
00:32:24: wünschen würde.
00:32:25: Und wenn das jemand hört und sagt, mit der Linie möchte ich mich unbedingt mal unterhalten.
00:32:29: Ist das natürlich
00:32:29: auch möglich?
00:32:30: Ja genau.
00:32:31: Lena Kapa Referente mit Schwerpunkt Jugendpolitik von der Kolbing-Jugend Deutschland.
00:32:36: Da habt ihr auch nochmal den Namenansprechpartner findet ihr natürlich auch online, wenn ihr da mal Gesprächsbedarf habt.
00:32:42: Vielen herzlichen Dank dass du zu
00:32:43: Gast warst
00:32:44: und viel Erfolg für eure Arbeit!
00:32:46: Danke schön.
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