Adolph KOLPING und sein Werk - Teil 3
Shownotes
Die dritte und letzte Folge zur Geschichte und zum Wirken von Adolph Kolping legt den Fokus auf das Leitbild des katholischen Sozialverbands. Wie ursprünglich ist es heute noch? Wie wichtig ist es, das Leitbild regelmäßig zu hinterfragen, darüber zu diskutieren und Anpassungen anzustreben? Was sind die Stärken des Verbands, die sich aus dem Leitbild ergeben und zu welchen neuen Aufbrüchen animieren sie?
Gast: Ullrich Vollmer, ehemaliger Kolping-Bundessekretär
Host: Johanna Horn
Wer mehr über die reiche Vergangenheit von Kolping Deutschland und die handelnden Personen erfahren möchte, dem sei die „Verbandsgeschichte in Lebensbildern“ empfohlen, die im Kolping-Shop online zu bestellen ist. Das zweibändige Werk von Thomas Dörflinger und Ulrich Vollmer schildert anhand von Porträts prägender Persönlichkeiten, wie der Verband zu dem geworden ist, was er heute ist. Die Bände behandeln die Anfänge (1846–1945) und die Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung (1946–1995). Zum Online-Kolping-Shop Mehr Infos zur Verbandsgeschichte
Transkript anzeigen
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00:00:05: Hallo und willkommen zu Geserich, der Kolping Podcast.
00:00:09: Zwei Worte stecken da drin die den heutigen katholischen Sozialverband sehr prägen Gründer Adolf Kolping, der im neunzehnten Jahrhundert lebte und gesellig.
00:00:18: Denn es begann alles mit Gesellenverein.
00:00:21: Heute würde Adolf Kalping wahrscheinlich Streetworker genannt werden denn seine Arbeit begann auf der Straße.
00:00:27: er wollte jungen Leuten zeigen dass das Leben eben mehr ist als tagsüber zu arbeiten und sich abends vielleicht in die Kneipe setzen.
00:00:34: Der Leitgedanke von Adolf Kolping ist stark geprägt vom christlichen Glauben und christlichen Werten.
00:00:40: sie betonen eben die Bedeutung von Gemeinschaft Solidarität und der Verantwortung für die Gesellschaft.
00:00:47: Und einer, der den Laden und auch Adolf Kolping in und auswendig kennt ist Uli Vollmer, ehemaliger Bundessekretär und heute wieder zu Gast.
00:00:56: Herzlich willkommen!
00:00:57: Wir waren in der letzten Folge stehen geblieben bei ja neunzehnt sechsten sechzig wo eben die Frauen dazu gekommen sind und durchaus auch was verändert haben etwas bewegt haben.
00:01:09: jetzt sind wir im Jahr zwei tausend sechsundzwanzig.
00:01:12: Wenn wir diesen Sprung wagen, was in den Jahren passiert, wo du sagst?
00:01:18: Das war wichtig noch.
00:01:21: Ich hatte in einem der letzten beiden Beiträgen schon gesagt, dass es eine Stärke des Verbandes gewesen ist, das er immer versucht hat auf kirchliche und gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu reagieren.
00:01:35: Seine Arbeitsweise, seine Strukturen aber auch seine Programmatik entsprechend weiterzuentwickeln Mit Blick auf das, was Anhoff-Kolping wollte.
00:01:45: Was seine Ideen waren, was eine Grundlage war und seine Grundüberzeugung.
00:01:50: Und ich glaube dass die Jahre nach neunzehntelundsechzig sehr stark davon geprägt war.
00:01:54: Das zweite vatikanische Konzil hatte stattgefunden ein neues Verständnis auch innerhalb der katholischen Kirche mit Blick darauf welche Verantwortung haben die Laien in ihrem Christsein?
00:02:10: Und das war natürlich für einen Verband wie Kolping, der sich ja als ein katholischer Laienverband versteht.
00:02:17: Natürlich auch zugleich eine Herausforderung gewesen.
00:02:21: Vor einigen Jahren im Rahmen der Kölner Gesprächen hat der ehemalige Bamberger Erzbischof, der auch Kolping-Bruder war, schick!
00:02:31: Ein Vortrag gehalten an Dorf Kolping.
00:02:34: Der Urschritt wäre an Dorff Kolping auch... ein Verfechter des zweiten vatikalischen Konzils gewesen und hat Verbindungslinien beschlüsse, des zweiten Vatikalische Konzills und außerhalb von einem Kolbing mit anderen einen Verbindung gebracht.
00:02:49: Und ich finde es sehr präzise und sehr eindringlich auch nur aufgezeigt wie die Beschlüße des Zweiten Vatikalischen Konzils auch den Verband beflügelt haben.
00:02:58: in seinem Verständnis also.
00:03:01: unsere Aufgabe als Christen ist es Gesellschaft mitzugestalten.
00:03:07: Wir verstehen uns auch als Teil der katholischen Kirche, auch wenn wir nicht verfasste Kirche sind zur verfassten Kirchenhöhren aber wir sind natürlich teilen und auch geprägt durch katholische kirchenstückweit und dadurch wollen wir auch uns einbringen dort.
00:03:23: Aber wir tun das vor allem Als christen in dieser welt Und davon war der aufbruch nach.
00:03:34: Das Amt des Vorsitzenden wurde eingeführt.
00:03:37: Das war eine Antwort übrigens darauf auf das zweite vatikanische Gottschiel, dass bewusst gesagt worden ist gemeinsam mit dem Vorsitzende sollen Verantwortung wahrgenommen werden aber auch auf Auge erhöhen und nicht mehr so nach der Motto der Präzise sagt, die es weiter zu tun hat.
00:03:55: Das war ein Schlein gewesen, hat natürlich auch Jahre gebraucht.
00:03:59: Einige Kolbungsfamilien waren ganz schnell dabei andere haben jahre gebraut bis ich das letztendlich gesehen auch umgesetzt habe.
00:04:06: Das war unter anderem ein solcher Punkt.
00:04:09: dann hatte es programmatisch und auch strukturell Neufassung gegeben sowohl inhaltlich ein siebzig zwei siebzehn wo entsprechende Entscheidungen getroffen wurden sind wo man wirklich versucht hat Veränderungsprozesse eben in Kirche, aber auch in Gesellschaft, sozial-liberale Koalition und gab es in Deutschland hierauf eine Antwort zu geben.
00:04:36: Wie wollen wir als Verband uns dort einbringen?
00:04:40: Strukturell auch!
00:04:42: Und das ist ein ganz wichtiger Punkt weil das nochmal in der Schwerpunktsetzung des Verbandes noch mal eine Erweiterung gegeben hat durch Die internationale Generalversammlung, ich meine, neunsechzig muss das gewesen sein.
00:04:58: Wurde die Aktion Brasilien beschlossen?
00:05:00: Was steckt dahinter?
00:05:02: Und das war der Startpunkt der internationalen Zusammenarbeit, Entwicklungszusammenarbeit.
00:05:09: Alles was wir heute im Bereich von Koltec International und Partnerschaftsarbeit ... Die Dürze Samenverbände, viele Kolbix-Familien in Deutschland haben Partnerschaft mit Kolbsfamilie im Weltwald.
00:05:23: Das hat damals sein Anfang genommen durch diesen Startschuss mit der Aktion Brasilien, woraus letztendlich gesehen eine wirkliche internationale Partnerschaftsarbeit auch geworden ist und das ist ein Merkmal unserer verbandlichen Arbeit geworden.
00:05:42: Wie hat das denn den Verband geprägt oder vielleicht auch nach vorne gebracht?
00:05:46: Erstmal glaube ich, indem man durch vielfältige Aktionen wirklich versucht hat auch Gelder zu akquirieren.
00:05:56: Damit letztendlich gesehen auch die Partner unterstützt werden können.
00:06:01: Zuerst natürlich im Brasilien nachher in anderen Ländern und immer auch damit verbunden gewesen ist.
00:06:08: letztendly gesehen wenn ich eine Aktion starte heißt das muss mich ja auch mit der Situation auseinander setzen.
00:06:14: interessant Wenn man im Archiv einmal guckt, welche Bildungsmaterialien es gegeben hat.
00:06:21: Wie intensiv man gereist ist wie das Anliegen erst mal auch dieser Akzomen Brasilien vor Ort publik gemacht worden ist indem gesagt wird setzt euch mit der Situation der Mensch auseinander und natürlich diese riesige Hilfsbereitschaften wir wollen dann auch etwas tun Und diese Idee ist im wahrsten Sinne des Wortes wirklich auf fruchtbaren
00:06:44: Boden.
00:06:45: Das war natürlich super.
00:06:47: Beschreibt nun mal die Aktion Brasilien, war eben eine Aktion, ja, die helfen sollte?
00:06:53: Der Unterschied zu anderemglichen Hilfswerken ist das, dass wir oder was das Kolbingwerk bis heute auch das internationale Werk immer nicht nur reine Projekte finanziert sondern damit immer verbunden ist der Aufbau von verbandlichen Gruppen, Holpingsfamilie, Kolbinger Meidschaften und wie auch immer
00:07:16: Damit ihr auch den Gedanken weitertragen.
00:07:17: Und damit der Gedanke weiter und damit aber auch verlässliche Partner auch vorhanden sind, nicht dass die auch darauf angelegt sind, irgendwann auf eigene Füße Hilfe zur Selbsthilfe zu
00:07:29: stellen.
00:07:31: Also ich kann mich in den späteren Jahren, das muss... ...Ninzehnhundertfünfundachtzig und später gewesen sein hat es dann eine Aktion gegeben Maschinen für die Dritte Welt.
00:07:44: Das war unter anderem verknüpft mit einer Initiative unten im Emsland in Papenburg, wo mutlisweit Maschinen, Werkzeuge, ganze Einrichtung Arztpraxen und die hier nicht mehr gebraucht wurden.
00:08:03: Die dort hingebracht worden, gespendet worden sind, dort im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Wasser des Woltes Fitt gemacht wurden und dann wurden sie verschifft in die Partnerländer.
00:08:17: Was das an Bewegung gebracht hat, also die Cold Picker wollen sowohl mit Herz Hand und Verstand angesprochen werden aber sie wollen sich auch betätigen.
00:08:31: Das sehen wir ja auch im Bereich der Altkleidersammlung so schwer dass zurzeit gerade ist.
00:08:35: Aber wenn ich überlege was in den ganzen Jahren über diese Aktionen letztendlich gesehen für die internationale Partnerschaftsarbeit auch gespendet worden ist und auf den Weg gebracht wurde.
00:08:50: Es ist einfach enorm.
00:08:51: oder diese Schuheaktion, daran sieht man letztendling gesehen da wo angepackt werden muss.
00:08:58: Da ist Kolpik einfach da!
00:09:00: Das hat im internationalen Bereich natürlich war das ja im wahrsten Sinne des Wortes nochmal auch immer mit einer Begeisterung verbunden.
00:09:09: also es war schön zu wissen, dass es eine Partnerschaft gibt.
00:09:14: Ob jetzt ein Dürze-Sanverband mit einem Partnerland oder eine Kolbungsfamilie in Brasilien, in Afrika oder in Lateinamerika irgendwo oder nachher auch in Indien und in Asien.
00:09:29: Ich glaube das hat viele Kolbingsfamilen stolz gemacht und hat dazu beigetragen vor Ort auch erkennbar zu sein!
00:09:40: als eine Gemeinschaft, die nicht nur sich selber was Gutes tut oder hat sich selber etwas Gutes tun ohne die anderen mich zu vergessen.
00:09:50: Du hast eben gesagt Gesellschaft mitgestalten und das ist ja wichtiger denn je heute?
00:09:56: Ja!
00:09:57: Also was wäre das heute, dass hier und jetzt ohne Kolping?
00:10:02: oder warum ist es so wichtig, dass es Kolping eben gibt?
00:10:06: Ich bin persönlich davon überzeugt Gut und richtig, dass es Kolbek gibt.
00:10:10: Weil die Grundidee, die er auf Kolbek gelegt hat, Mensch miteinander in Verbindung zu bringen.
00:10:16: Wenn ich an diese ganze Frage, was zur Zeit gerade diskutiert wird, Einsamkeit, wo ich dann immer sage das ist ein Punkt, wo Kolbek ansetzen muss oder ich will zwei drei andere Beispiele bringen.
00:10:29: vor einigen Jahren war ich in einer Kolbex-Familie.
00:10:32: Das war aber oben im hohen Normen Woabs der Facher Der Präzis der Kolbungsfamilie war, mir dann am Rande erzählte, wissen Sie Großstadt?
00:10:44: Wenn ich eine Beerdigung habe und ich weiß da geht niemand mehr mit.
00:10:50: Dann frage ich die Kolbübeglieder.
00:10:53: Ach was!
00:10:54: Und die Toten zu bestatten ist ein Werk der Barmerzigkeit.
00:10:58: Ja.
00:10:59: Und die kommen... ...und dann weiß ich, ich steh nicht alleine an diesem Grab.
00:11:05: wo ich gedacht habe, was ist es?
00:11:07: Oder bei einem anderen Jubiläum, das war am Niederrhein.
00:11:11: Wo der Pfarrer der Nichtpräsis der Kolbix-Familie war sich bei der Kolbsfamilien bedankt und sagt Ich weiß es sehr zu schätzen wenn wir jemand in unserer Gemeinde haben, der krank ist auch wenn er nicht Mitglied der Kolbing-Familyen ist dass sie sich darum kümmern.
00:11:29: den Besuchsdienst
00:11:30: macht Das Mensch sein
00:11:31: ne wirklich auch um andere zu gucken, wo ist auch unsere Hilfe gefragt?
00:11:38: Mit Menschen.
00:11:39: Ja klar im Blick behalten
00:11:41: und an diesen Beispielen glaube ich kann man sehr schön deutlich machen.
00:11:46: Ich hatte erzählt in den letzten Jahren hat es dieses Colby Musical gegeben.
00:11:51: der Schlussakord trägt den Titel Schenk der Welt ein menschliches Gesicht.
00:11:57: wenn man das hört dann kribbelt's ein von allem.
00:11:59: wenn man colby heißt was sind sie das Wortes?
00:12:03: Und ich glaube, darin liegt ein Stück dessen was unser Auftrag ist.
00:12:10: Sorge uns mit dazu beizutragen das es einem Menschliche, dass wir eine menschliche Gesellschaft
00:12:16: haben.
00:12:16: Sehr schön gesagt aber ich glaube das ist wahrscheinlich auch gar nicht so einfach.
00:12:19: du hast jetzt zum Beispiel einen Punkt angesprochen Einsamkeit.
00:12:22: wenn ich mir jetzt vorstelle Ich bin in so einem großen Verband ja auch wie geht denn sowas an?
00:12:27: also Du als Bundessekretär hast ja jetzt auch sehr viel Erfahrung Wenn ich sage so Mensch Leute Wir müssen gucken dass wir die einsamen Menschen irgendwie auch kriegen Dass wir für die da sind.
00:12:37: Wie laufen da so die Prozesse?
00:12:40: In dem Kolbix-Familien, nehmt vor Ort.
00:12:44: Vor allem vor Ort in unseren Kolbigsfamilie eine Atmosphäre ist die einladen wirkt und nicht ausgrenzend ist.
00:12:54: Es kommt darauf an das es den Kolbiks Familien gelingt deutlich zu machen ja Wir sind eine tolle Gemeinschaft wir verstehen uns gut wie tun was gemeinsam Und du kannst dabei sein und wir würden uns freuen dass du kommst.
00:13:11: Und es ist nicht mühsam, wenn du kommst.
00:13:14: Ich glaube eine Kolpingsfamilie, die sich versteht als eine Gemeinschaft, die nur noch um sie selbst dreht, dann wird's schwierig
00:13:23: werden.".
00:13:24: Also du sagst damit ja auch das es eigentlich in den Kolpungsfamiliären anfängt?
00:13:27: Noch nicht mal ganz oben?
00:13:28: Es ist eher unten in einem Führungstrichen die Basis also da wo eben die Menschen miteinander leben und in einer Gesellschaft leben.
00:13:35: Da gehts los!
00:13:36: dass man das dort sieht und auch lebt.
00:13:39: Und das wird dann ja wahrscheinlich weitergelebt in all den anderen Familien, da guckt man sich ja auch was ab, teilt diese Geschichten oder das Erfahrene?
00:13:47: Wobei man natürlich sagen muss, jede Kolbix-Familie ist anders.
00:13:51: Jede Kolbics-Family hat eine andere Geschichte, hat eine weitere Entwicklung genommen.
00:13:55: Es gibt große Kolbicks-Fanilien, es gibt kleine Kolbiks-FAMILIEN.
00:13:58: Es gibt immer gute Gründe warum... Man ist Große oder auch Kleide-Kolbics Familie Es gibt farbezogene Kordex-Familien, es gibt überfallliche Kordxfamilie.
00:14:10: Also es gibt Kordixfamillien die viele Gruppierungen haben angefangen von Jugendgruppen über Familienkreise, über Seniorenkreise und so.
00:14:19: und aber es gibt auch die Kordksfamile die eben sich nur durch eine engagierte Seniorenarbeit auch profiliert vor Ort Und die dafür bekannt ist dass sie eine gute Seniorenarbeit machen muss vor Ort immer herausgekitzelt werden.
00:14:37: Wo
00:14:38: tut es not?
00:14:39: Und wo ist das Engagement von Kolping gefragt?
00:14:46: und wie können wir durch unser Engagement dazu beitragen, dass wir in einer lebenswerten Gesellschaft
00:14:53: leben?".
00:14:55: Das ist ja auch die Stärke des Verbands – eben die Gesellschaft wahrzunehmen und auf Veränderungen zu reagieren!
00:15:03: Was denkst du, wie schwer ist das vielleicht manchmal oder kann es noch werden für den Verband jetzt?
00:15:11: Ich habe den Eindruck über das was ich lese und was ich mitbekomme auch in Gesprächen mit Kolbing-Geschwistern die heute in Verantwortung stehen.
00:15:20: Dass wir in den nächsten Jahren an so mancher Stelle Abschied nehmen müssen und hoffe nur dass das so gemacht wird.
00:15:30: Wenn man Abschied nimmt, dass man denjenigen ... Ich glaube, das wird niemand leichtfall zu sagen.
00:15:37: Wir hören auf und es gibt keine Perspektive mehr für uns oder wir sehen keine.
00:15:42: Dass das aber so gemacht wird, dass die Geben auch wirklich wertschätzt und es dafür eine Anerkennung gibt in einer guten Art und Weise beendet.
00:15:59: Aber ich bin auch ganz zuversichtlich, dass es neue Aufbrüche gibt.
00:16:02: Und die wird es vielleicht nicht mehr in dem Maße geben wie wir das nach der zweiten Weltkrieg erlebt haben durch die Vielzahl von Neugurn und von Kolbungsfamilien.
00:16:15: Ich glaube, das wird es nicht mehr geben.
00:16:18: Was ich schon glaube ist, dass durch eine veränderte kirchliche Situation oder beziehungsweise dadurch nicht wenige Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die entweder noch nie mit
00:16:35: Kirche
00:16:36: und Gott und Glaube etwas zu tun gehabt haben beziehungsweise sich entfremdet haben auch von der Kirche.
00:16:47: Dass wir als Kolping die Möglichkeit haben diese Menschen etwas vor Ort anzubieten dass sie mit Glaube und Kirche auch in Berührung kommen.
00:17:02: Vielleicht auch über das persönliche Zeug des, wenn sie erleben dass es da vor Ort Menschen gibt die aus einer tiefen Verbandsbewusstsein ganz im Sinne der Art of Goldings aber auch bewusst in ihrem Engagement auch ihr Christsein leben wollen und dadurch auch Vorbild sein können und dadurch vielleicht auch den einen oder anderen inspirieren sagen, boah dann würde ich gerne mitmachen.
00:17:27: Ich glaube, dass es das geben wird in Zukunft.
00:17:29: Also du machst dir keine Sorgen, dass jetzt die Kirche immer weniger Leute erreicht und ihre Probleme eben hat.
00:17:36: für den Verband von Kolping?
00:17:37: Was das angeht?
00:17:39: Ich glaube da ist es weniger Kolpingsfamilien geben wird.
00:17:41: Dass es seltener wird, dass Es Neugründungen gibt
00:17:46: oder braucht es da irgendwie eine neue Form von Kolpins Familie?
00:17:49: Braucht es dann ein neues Modell vielleicht?
00:17:51: Eine neue Form weiß ich gar nicht!
00:17:55: Ich glaube was es braucht Dadurch, dass wir heute zwar die Zahlen, wenn ich die Mitgliederentwicklung richtig im Blick habe.
00:18:06: Ich bin da nicht mehr ganz so tief drin als Bundessekretär, weil man das stärker beschäftigt ist es ja immer noch so, dass der allergrößte Teil der Neumiglieder wird vor Ort in den Kolbix-Familien.
00:18:19: Aber es gibt auch immer wieder Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen sogenannte Einzelmitglieder sind, entweder beim Kölnberg-Deutschland oder bei einem Dürze-Sahnverband.
00:18:33: Oder weil eine Kolbungsfamilie aufgelöst worden ist und er sich aufgelost hat und das ein oder andere Mitglied sagt aber beim Verband möchte ich gerne mitgeblieben bleiben.
00:18:43: auch das ist ja wenigstens war das vor zehn vor fünfzehn Jahren die Erkenntnis da dass der durchschnittliche deutsche Bürger fünfmal in seinem Leben umzieht also wechselt.
00:18:56: Das heißt letztendlich gesehen, auf diese Frage haben wir als Verband eigentlich nie eine richtige Antwort gegeben.
00:19:04: Ich war Mitglied in einer Kolbix-Familie und ziehe in einem Ort wo es aber keine Kolbex-Family
00:19:10: ist.
00:19:11: Was mache ich dann?
00:19:12: Ja.
00:19:15: Und da siehst du noch Potenzial?
00:19:16: Da sehe ich Potenzia!
00:19:19: Und dann natürlich indem – ich glaube das man für dieser Einzelmitgliederopfer Bundesebene oder beziehungsweise auf der Zusammenhebe da, wo man Mitglied werden kann als Einzelmitglied.
00:19:32: Was ja früher eine Ausnahme war diese Einzel-Mitgliedschaft heute aber auch ganz normal eine Mitgliedschaft ermöglicht ist wie jeder andere in einer Komplexfamilie auch dass man für diese Mitglieder auch nochmal Angebote macht.
00:19:49: Das haben wir mal ein oder zweimal im Jahr sie einsät mit ihnen im Gespräch bleibt, im Kontakt bleibt.
00:19:58: Verband lebt vom Begegnung!
00:20:00: In der ersten Folge hast du mich gefragt wie ich zu Kolbing gekommen bin und ich habe gesagt dass ich das Glück gehabt hab in einer Kolbungsfamilie zu sein wo der Vorstand losgelassen hat uns losgeschickt hat damit wir Verband erleben damit wir Gemeinschaft auch überörtlich erleben.
00:20:19: Das glaube ich das muss immer wieder deutlich.
00:20:22: Deswegen sind Kolping-Tage oder so Jubiläum festnimmt, ich weiß wie viel Arbeit damit verbunden ist.
00:20:29: aber solche Treffen und solche Veranstaltungen
00:20:34: die
00:20:34: tragen unter anderem auch dazu bei nochmal zu motivieren aber auch Verbindung also Verbindlichkeit auch hinzubekommen zu stärken
00:20:45: Und noch mehr gesehen zu werden, ne?
00:20:47: Weil wenn du eben wie gesagt hast keine Copings-Familie hast dann kommst du ja auch nicht wirklich erstmal damit in Berührung außer es gibt ein Fest oder irgendwas Größeres was natürlich dann viele mitbekommen auch gleichzeitig.
00:21:00: Jetzt beim Leitbild um darauf zum Schluss nochmal zurückzukommen gab's ja auch Optimierung kann man das so sagen.
00:21:09: also man hat das Leit Bild.
00:21:10: noch mal
00:21:11: eine
00:21:12: Fortschreibung.
00:21:14: Nach neunzehnzechszig hat es erste Formulierung von Programmatik, grammatische Texte.
00:21:22: Ich meine einsebzig zwei in siebzig gegeben.
00:21:25: und dann neunzenzechzechzig wurde in Panamon das Panamona Programm als war ein ausführliches Programm analog ähnlich wie es Parteiprogramme sind wo dezidiert gesellschaftspolitische, sozialpolitische Forderungen formuliert worden sind.
00:21:43: Was will das Gäubigwerk?
00:21:44: Wie will es seine Aufgabe in diesem demokratischen Staat?
00:21:48: Wie sieht die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, wie sieht die zusammenarbeiten mit Parteien?
00:21:53: und aufs deutlich formuliert hat ein sehr ausführlicher dezidiertes Verbandsprogramm.
00:22:00: Dann gab es nineteenhundert sechsenneutzig den Beschluss durch die Bundesversammlung, es war klar geworden wir brauchen eine neue Programmatik.
00:22:10: Eine Programmkommission wurde eingesetzt.
00:22:13: ich hatte damals das Glück und in einem groß angelegten Prozess mit Petaligusprozess mit weit über zwei tausend Eingaben dies zu den ersten Entwürfen gegeben hat ganz breit angelegt, wurde dann zweitausend nicht ein klassisches Verbandsprogramm sondern ein Leitbild beschlossen.
00:22:37: Heute im Nachhinein glaube ich das war weil wir in diesem Prozess von neunzeig bis zweitausend so nach gut zwei Jahren festgestellt haben der Verband hat sich auch von seiner Mitgliederstruktur wesentlich pluraler geworden politischen Auffassung von kirchlichen, von religiösen Auffassungen wesentlich pluraler geworden.
00:23:06: Dass es kaum möglich ist und letztendlich gesehen das was man siebzig noch geschaffen hat, nämlich ein klassisches Verbandsprogramm dezidiert zu allen möglichen Fragestellung.
00:23:19: Zwei tausend überhaupt noch
00:23:21: verschließen zu können.
00:23:23: Und deswegen hatte es damals dann dieses Leitbild gegeben im Jahr zweitausend mit dem unter den Stichwort Kolbink verantwortlich-leben, solidarisch Handel.
00:23:33: Wo sich übrigens genau in diesem Spiel verantwortliche Lebens solidarische Handeln spiegelt es sich letztendlich gesehen das wieder was Adolf Kolbik wollte nämlich verantwortlichen Leben als Christ sein Christsein im Gesellschaft und in Kirche auch einzubringen mitzuwirken.
00:23:50: Und Solidarisch sein ganz im Sinn auch Adolph Kolbick der seine Gesellenvereine natürlich auch an Solidargemeinschaft auch verstanden hat.
00:24:00: Und da kommt natürlich noch mal hinzu, ich hatte ja von der Aktion Brasilien hier also das natürlich dieser Solidargedanke auch von internationaler Solidarität dann in den Jahren seit neunzehntneuensechzig seit Begründung auch doch mal unheimlich gewachsen war.
00:24:18: Internationaler war der Verband auch geworden und dadurch natürlich neben den klassischen Bereichen junge Menschen, Arbeitsweltfamilie.
00:24:27: Nämlich dann die Frage von Partnerschaftsarbeit und internationaler Arbeit noch mal ein Schwerpunkt gewesen ist.
00:24:33: Und so waren letztendlich gesehen das Leitbild von zweitausend, letztendlichen sind dann auch aufgebaut wo man sich nicht mehr decidiert zu allen möglichen Fragen sondern eher grundsätzlich zu diesen Bereichen Wie verstehen wir uns als Verband, wie ist unser Verständnis zur katholischen Kirche oder das eingebunden sein zu Kirchen?
00:24:54: Wodurch wird Verbandsarbeit geprägt und was sind die Handlungsfelder in denen wir besondere Kompetenzen haben aufgrund von Geschichte, aufgrund vom Tradition aber auch von neuen Aufgaben.
00:25:08: Das ist dann wie gesagt zweitausend gelungen.
00:25:11: Das muss das im Jahr zwei Tausend, vierzehn, zweitausend Fünfzehn.
00:25:22: Wo wir im Bundesvorstand ärzthaft mal überlegt haben, wo das letzte beschlossen wurde, braucht es nicht schon eine Fortschreibung.
00:25:32: Weil natürlich die Zeiträume, wo sich immer kürzer werden und was weiterentwickelt ist wird alles schnelllebiger.
00:25:41: Der Bundesvorstand war damals noch nicht dieser Meinung gewesen Aber dann, wie gesagt, fünf Jahre später wurde es sehr schnell klar.
00:25:52: Es braucht nicht eine komplette Neuformulierung aber es muss eine Fortschreibung geben dieses Leitbildes wo ich glaube das ist zweitausend wirklich guter Staat gewesen ist und dass so gut war und auch ist, dass es als Grundlage zu einer Fortsschreibung weiter Entwicklung hervorragend.
00:26:14: Und an dieser Stelle noch eine Empfehlung, wenn ihr mehr über das Light-Bild erfahren möchtet dann schaut doch mal auf der Colping Website colping.de unter dem Navigationspunkt Verband.
00:26:25: da findet ihr
00:26:25: alles
00:26:26: zum Lightbild und es ist wahrscheinlich auch wichtig dass immer im Blick zu haben weiterzuentwickeln.
00:26:32: Ja
00:26:33: ja und dann auch zu schauen auch auf neue Fragen.
00:26:37: also ich glaube wenn man jetzt normal eine Diskussion beginnen würde Eine Leitbilddiskussion würde man in der ganzen Frage von gesellschaftlicher Verantwortung oder die ganze Frage von Frieden.
00:26:52: Wie gehen wir auch mit der Verteidigung unserer Freiheit um, gibt es da Bereitschaft?
00:26:58: Wir würden heute die ganze frage von KI künstlicher Intelligenz müsste mitgedacht werden.
00:27:05: Da fällt mir schon das ein oder andere ein was jetzt sich nur schon alleine in den letzten drei, vier Jahre schon wieder weiterentwickelt hat.
00:27:14: Ich vermute mal dass man mit einer normalen Weiterentwicklung und Fortschreibung so lange wie beim letzten Mal nicht warten könnte.
00:27:23: aber es ist eine Vermutung.
00:27:24: Bist du denn froh?
00:27:25: Aber
00:27:25: das ist ja akkordlich im Land das
00:27:27: Wissen!
00:27:27: Du musst wahrscheinlich froh, dass er da nicht mehr mitmachen muss und dass du das nur von der Seitenlinie angucken kannst.
00:27:32: Wie schwierig ist das denn?
00:27:34: Das ist ein riesiger Verband oder großer Verband mit ganz vielen Mitgliedern... zusammenzuschreiben und festzuzurren, weil da kommen ja sehr viele Menschen mit sehr vielen Meinungen vielleicht auch unterschiedlichen Wünschen aufeinander.
00:27:48: Am intensivsten habe ich das mitbekommen, die Formulierung dieses ersten Leitbildes wo wir das wirklich sehr prozesshaft angegangen sind diese ganzen Akten und dieser einzelnen Schritte die man gegangen ist mit Entwürfe die dann veröffentlicht wurden, wo eingeladen wurde dazu Stellung zu nehmen.
00:28:11: Zu Beginn, wo Kolbungsfamilien aber auch die damaligen Einrichtungen dies gab ob jetzt Kolbingenhäuser oder Bildungswerke waren und eine ganz andere Zeit.
00:28:21: Das war übrigens auch das erste Mal übrigens gewesen dass man aus dem Bereich der Einrichtung unternehmen auch zur derzeit erste kleine Schritte gegangen ist und gesagt hat ihr Müsst bei der Entwicklung eines Leitbildes auch beteiligt sein.
00:28:37: Und im Gegensatz zu dem Sechse-Siebziger-Programm, wo allgemein Überbildung etwas gesagt wird das Leitblut von zweitausend und jetzt nochmal ganz anders in dem jetzt weiterentwickelten Leitbelt die Einrichtung Unternehmen, die ja das Bild von Kolping in der Öffentlichkeit mit prägen Und auch eine wichtige Arbeit machen ganz im Sinne, auch an auf Golping und des Verbandes.
00:29:03: Die haben wir damals in einem ersten Schritt schon mal beteiligt.
00:29:08: Ich glaube es ist gut dass das jetzt noch einmal wesentlich intensiver gemacht wurde.
00:29:13: Ich habe da nur die ersten zwei Jahre in der Diskussion dann miterlebt, dass man bei der Besetzung der Leitbildkommissionen diese Fortschreibung vornehmen wollte versucht hat wirklich von der Besetzungen her ein weitgehend die unterschiedliche Bereiche des Verbandes, die Einrichtung mit ihren Erfahrungen aus den Landesverbänden und aus den Dürze-Sahnenverbändens muss auch Anhörung gegeben hat.
00:29:41: Und ich glaube, dass es klug ist das immer in einem sehr breiten Konsens, das endlich gesehen dann auch zu tun.
00:29:50: Auch wenn's vielleicht viel Arbeit bedeutet aber am Ende lohnt sich?
00:29:52: Es ist eine Wahnsinnsarbeit.
00:29:54: also war zwar bei der Bundesversammlung dabei, als jetzt die Fortschreibung beschlossen worden ist.
00:30:00: Aber ich weiß noch im Jahr zweitausend da war ja die Bundesversamlung nochmal wesentlich größer als sie heute isten weil man damals auch mehr Mitglieder noch hatte.
00:30:12: Da hat es eine Enthaltung gegeben und sonst einstimmig.
00:30:16: Das war auch eine tolle Truppe, die das damals maßgeblich damit vorangetrieben haben.
00:30:31: Es hat Spaß gemacht!
00:30:33: In dieser dritten Folge über die Geschichte von Adolf Kolping und die damit einhergehende Verbandsgeschichte sind wir mit einem historischen Malenstein eingestiegen.
00:30:42: Denn auf der Zentralversammlung in den letzten Jahren wurde beschlossen, dass auch Frauen Mitglied sein dürfen.
00:30:49: Damit wandelte sich der Einstige Männerbund und Gesellenverein endgültig zur modernen Kolpingsfamilie.
00:30:56: Nachlesen könnt ihr die ganze Verbands- geschichte in zwei Bänden von unserem Gast dem ehemaligen Bundessekretär Ulrich Vollmer und Thomas Dörflinger.
00:31:05: Die Bände behandeln die Anfänge ab Für deine Zeit, für diese drei Folgen in denen wir sehr viel gelernt und sehr viel erfahren haben hier bei Gesellicht der Kölpien Podcast.
00:31:33: Und ich würde jetzt am liebsten noch mit dir irgendwie ins Archiv gehen.
00:31:36: Aber ich nehme an, jetzt hast du aber auch genug nach drei Folgenden.
00:31:41: Dankeschön alles Gute dir!
00:31:42: Gerne geschild'n.
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